St. Katharina Schützenbruderschaft Niederaußem
 

Die Geschichte der St. Katharina Schützenbruderschaft Niederaußem e.V. von 1444

Die St. Katharina –Bruderschaft ist eine der ältesten Bruderschaften im Bezirksverband Bergheim-Nord. Ihr Ursprung war eine Gebetsbruderschaft, die in frühchristlicher Zeit dazu diente, in gemeinsamer Verantwortung die Nächstenliebe zu pflegen. Es war den Menschen ein großes Anliegen, das Heil ihrer Seelen schon im Diesseits abzusichern.

Als die Niederaußemer Bruderschaft 1444 gegründet wurde, wählte man die Heilige Katharina als Patronin.

In einer Abschrift der Stiftungsurkunde im Pfarrarchiv der Gemeinde ist zu lesen, dass am 1.Okt.1444 die Bruderschaft

„s. Catharina zu Niederauhsem“ von Johann von Plettenberg, seiner Ehefrau Irmgardt und seinem Bruder Robert, von Gerhart Rawe, dessen Ehefrau Giertraudt und ihrem Sohn Reinhart, von Meister Rütger Schmit und seiner Ehefrau Adelheit, von Conradt Eiffeler und seiner Ehefrau Catharina, von Johan Weidenfeldt (genannt Pampis) und von Gierlach Strachel und seiner Ehefrau Stina gegründet wurde. Dies waren recht bedeutende und bekannte Familien. Beachtenswert ist, dass Frauen von Anfang an als Mitbegründer gleichberechtigt waren.

Die Originalurkunde befand sich, nach einer vorhandenen Notiz des Johannes Fabricius, von 1634 – 1686 Pfarrer in Niederaußem, damals im Archiv der Abtei Cornelimünster.

Im „Contract“ wurde zunächst die Anstellung und Kündigung eines Bruderpriesters vorgesehen. Dieser hatte die Aufgabe, an drei Wochentagen –Dienstag, Donnerstag und Samstag – Messen zu halten, sowie an Hochzeitstagen(festtags), sonntags und an Heiligentagen dem Pastor behilflich zu sein.

Für jede unterlassene Messe wurde dem Bruderpriester eine Absenzgebühr von drei Weißpfennigen von seinen Bezügen abgerechnet.

Entsprechend der Urkunde liegen die Motive der Stifter klar auf der Hand. Aus tief religiöser Überzeugung wurde eine Glaubens-und Gebetsbruderschaft ins Leben gerufen. Die Gründer waren bereit, dafür persönliche Opfer zu bringen und sogar Ländereien (Stiftungsgüter)abzutreten. So sollte der Bestand der Bruderschaft für alle Zeiten gesichert werden. Die Stiftungsgüter sind im „Contract“ nicht näher bezeichnet.

Die Bruderschaft besaß ein großes Stiftungsvermögen. Doch schwanken die Angaben darüber in den Aufzeichnungen. Anfang des Jahres 1582 soll die Bruderschaft zwischen 24 und 34 Morgen in ihrem Besitz gehabt haben. Das Vermögen der Bruderschaft war in jedem Fall nicht unbedeutend, denn der gestiftete Altar der Schutzheiligen Katharina in der Pfarrkirche Johann Baptist in Niederaußem hatte eine eigene Vikarstelle, deren Inhaber von der Nutznießung eines Teiles des Stiftungsvermögens lebte.

                                                                                      Katharinnenaltar in St. Johann-Baptist , Niederaußem

Noch Mitte des 19. Jahrhunderts war, wie Aufzeichnungen des Pfarrers Karl Borromäus Fischenich, 1831 -1874, besagen, “mit der Vikarie des St.Katharinnenaltars ein Stiftung von 44 Morgen Ackerland nebst 2 Vierteln Garten verknüpft, deren Nutznießung der zeitliche Vicarius hatte“.

Die heutige St. Katharina-Schützenbruderschaft hat sich im früheren 18. Jahrhundert aus der Gebetsbruderschaft  zur Schützenbruderschaft mit einer an weltlichem Vergnügungen -wie es das Vogelschießen ist – orientierten Vereinigung entwickelt.

Die ältesten Zeugnisse für die, nunmehr um einen neuen weltlichen Zweck bereicherte Bruderschaft stellen die Schützenkleinode in der alten Schützenkönigskette dar: der Silbervogel von 1703 und das Bruderschaftsschild mit der Patronin Katharina.  Das älteste erhaltene Königsschild des „Hermannus Siepen König in Niederausheim aus dem brogs Hoff“ ist auf das Jahr 1768 datiert. Bis heute hat sich die Tradition erhalten, dass der Schützenkönig sich durch ein Silber an der Kette in die lange Reihe der Schützenkönige einordnen kann.


  Am 19.04.1868 wurden für die Bruderschaft neue Statuten ausgestellt. Auch in diesen Regeln nimmt das religiöse Anliegen der Mitglieder den Hauptanteil ein. “Alljährlich ein Bruder-Vogelschießen zu feiern“ war der Passus, der sich auf das gesellige Leben bezog.

Anlässlich der Erneuerung der Bruderschaft wurde eine Fahne angeschafft, deren Vorderseite mit Adler und Schießscheibe das profane und deren Rückseite mit der Ganzfigur der heiligen Katharina das geistliche Anliegen der Bruderschaften darstellte. Im Jahre darauf stiftete Johann Peter Dichans, damaliger Schützenkönig, einen Schellenbaum, dessen Träger alle aus der Familie Winkelhoch-Schmitz stammten.


Im letzten Jahr  des 2. Weltkrieges wäre die 500-Jahrfeier der Bruderschaft gewesen. Doch die unglücklichen Zeiten ließen nur ein kurzes Gedenken im Gottesdienst zu.

Die Königskette versteckte Peter Hintzen in seinem Keller unter der Kartoffelkiste vor dem Nazi-Regime und den Besatzungsmächten.

Das große Ideal und der wichtige Wert der Heimat, der im Wahlspruch der Bruderschaft

 

                                                                          

steht, ist von den Schützen für unsere Zeit neu mit Leben erfüllt und realisiert worden. Bewährtes zu bewahren und in die neue Zeit zu übertragen und das Leben daraus zu gestalten, ist immer eine Aufgabe der St. Katharina-Schützenbruderschaft.

(Quelle:

  • ·        Zeitungsartikel der Kölnische Rundschau vom 21. Juni 1950  „ Schützenfest in Niederaußem“ ;
  • ·        Niederaussem, Chronik einer Gemeinde von Kurt Schmitz, 1974, herausgegeben im Auftrag der Gemeinde Niederaußem)